Samstag, 31. Oktober 2026

Solarspeicher für das Balkonkraftwerk: sinnvoll oder nicht? (2) Rechen(Bei)spiele

Hier geht es weiter mit der Frage: brauche ich einen Speicher für mein Balkonkraftwerk oder nicht? Und will ich überhaupt einen? 😟 Nachdem nun -wie im ersten Teil beschrieben- die Basisdaten als Zahlen oder zumindest Schätzungen vorliegen, geht es hier an die konkreten Ergebnisse und deren Konsequenzen. Wie schon gesagt: die finanzielle Schmerzgrenze liegt bei jedem woanders. Darum kann an dieser Stelle nur dargestellt werden, wie man die Zahlen herausbekommt - aber nicht, ob sie den persönlich akzeptierten Rahmen sprengen.

Ich mache das hier mal in Form einer kleinen Tabelle, in der ich auch die Voraussetzungen mit aufgeführt habe. Es sollte aber problemlos möglich sein, diese mit eigenen Daten zu nutzen. Die dahinterliegenden Formeln sind (soweit vorhanden) ziemlich einfach gehalten.

Voraussetzungen

Bundesland Niedersachsen
PV-Potenzial mässig
Ausrichtung der Module Süden
Aufstellung 1 Balkon 2x
Aufstellung 2 Flachdach 2x
VerbrauchGanztägig beeinflussbar
Elektrofahrzeug ja, 2x, Gesamtkapazität 80 kWh


Basisdaten

Stromverbrauch Haushalt:                  3.500 kWh                (Stromrechnung)

Anlagengrösse:                                       2 kWh, 800W WR    (gesetzlich)

Produktion/Jahr:                                    2.000 kWh                 (Schätzung EU-Rechner)

*Produktion/Jahr 2025:                           934 kWh                 (Selbst, aus Apps)

*Produktion/Jahr 2026:                         1.795 kWh                 (Selbst, aus Apps)

Ins Netz (gesamt):                                      830 kWh                (Stromzähler) 

 *Die Jahre 2025 und 2026 sind nicht vollständig. In 2025 beginnen die Messungen erst spät in Juni und 2026 ist Ende Oktober (zum Zeitpunkt dieses Artikels) noch nicht abgeschlossen. Ausserdem fehlen einige Tage aufgrund technischer Probleme; insbesondere die anfangs etwas unzuverlässige WLAN-Verbindung war nicht so leicht in den Griff zu bekommen.  

Man sieht, dass der Solarrechner der EU minimal grosszügiger geschätzt hat, als meine ermittelten Zahlen es hergeben.  💡Insgesamt ist die Schätzung des EU-Rechners damit aber präzise genug, um damit weiter zu rechnen. Was den Eigenverbrauch angeht: von 2729 kWh wurden 830 kWh 'verschenkt'; 😆 die Eigenverbrauchsquote betrug damit 69,6%. Dabei nutze ich (noch) fast keinerlei technische Hilfsmittel (z.B. Shelly)... ausser dem Speicher, der im Paket mit dabei war. Was natürlich auch bedeutet, dass der Eigenverbrauch bei mir schon ebendiesen 2 kWh-Speicher berücksichtigt und somit schon etwas höher sein dürfte als 'normal', also ohne Speicher.  Zusätzlich habe ich mich bemüht, zumindest die Elektroautos vorzugsweise bei Sonnenschein und mit niedrigen Leistungen aufzuladen. 😏


Der Anstellwinkel dagegen ist hier kein Faktor, sowohl Balkon als auch Flachdach sind mit den empfohlenen Winkelhalterungen angebracht. Die Ausrichtung aller Module ist Süden. 👈 Wenn man nun bei diesen Zahlen bleibt, ergibt sich folgende Überlegung: ohne irgendeinen Speicher und bei durchschnittlichem Verbrauch sollte der Eigenverbrauch des erzeugten Stroms etwa bei 40% liegen. Wenn ich 60% schaffe, fängt der Speicher an, sich zu rentieren. Beide Werte konnte ich deutlich übertreffen.
 
Erweitern könnte ich die Anlage übrigens noch um 2 Module Richtung Ost und West. Mit etwa €100/Modul plus ein paar Meter Kabel ist finanziell das ein Selbstläufer. Ich müsste ja nur etwa 600 kWh aus diesen Modulen verbrauchen, das dauert sicher  keine 2 Jahre. Dies ist seit 2026 gesetzlich auch gestattet: man darf jetzt praktisch soviele Module anbauen, wie man will - solange der Wechselrichter nicht über 800 Watt Maximalleistung hat. 👍
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen