Mittwoch, 16. März 2022

Zielladen auf der Fernstrecke - Planung und Lösung

Zielladen ist ein Begriff, den man so für die Elektromobilität erst erschaffen musste - der Verbrennerfahrer kennt das dahinter stehende Problem schlicht nicht. Somit sollen hier ein paar Worte zu der Herausforderung fallen: was ist das, wann und warum brauche ich das eigentlich? 😏

Kurz gesagt: wenn ich auf der Fernstrecke (nur da brauche ich das) unterwegs bin, komme ich irgendwann mal an. Nun kann ich bei meinen Planungen berücksichtigen, mit welchem Akkustand ich ankomme. Das kann deswegen wichtig werden, weil die Ladesituation am Ziel äusserst unterschiedlich sein kann oder mir womöglich unbekannt ist. 😒 Natürlich kann und sollte man eine entsprechende App oder Webseite zu Rate ziehen, um zu sehen, was vor Ort möglich ist. Trotzdem muss auf die individuelle Situation Rücksicht genommen werden. Unterscheiden kann man dabei folgende -grundsätzlich unterschiedliche- Konstellationen, wie sie speziell auf Urlaubsfahrten öfter anzutreffen sind:

(1) Am Ziel ist erst mal Pause, ich brauche das Auto nicht mehr oder nur noch für sehr wenige Kilometer. Das bedeutet, ich kann es -vielleicht bis zum nächsten Morgen- an eine Ladesäule stellen. Hier wäre der Ladestand bei Ankunft erst einmal relativ egal. Nicht egal ist jedoch die Frage nach der nächstgelegenen Lademöglichkeit, die dafür aber nicht schnell sein muss.

(2) Ich will nach Ankunft am Ziel nur ausladen und weiterfahren oder es gibt keine Ladestelle in der Nähe. Hier ist ein bestimmter minimaler Ladestand am Ziel möglicherweise erforderlich. Die Ladestelle muss nicht in unmittelbarer Nähe des Zwischenziels liegen, sondern am Weg zu Ziel oder Zwischenziel. Dafür sollte sie aber möglichst schnell sein.

Was kann man also unternehmen? Welche Optionen gibt es überhaupt?😏

Sonntag, 6. Februar 2022

Fahrzeugmarkt 2021: Elektrofahrzeuge weiter auf dem Vormarsch

Das Jahr 2021 ist zu Ende und hat im Wesentlichen den Durchbruch der Elektromobilität gebracht. Zu verdanken ist dies nicht allein den steigenden Verkäufen auf diesem Gebiet, sondern auch einem Einbruch des Gesamtmarktes, der mittlerweile beunruhigende (für das Autoland Deutschland) Ausmasse annimmt. Der KFZ-Gesamtmarkt hat -zunächst durch Corona, danach durch Chipmangel- 2020 und 2021 ziemlich Federn gelassen. 😒Als Vergleich hier zunächst die Gesamtzahlen aller Neuzulassungen der letzten Jahre:

2018: 3.435.778 , davon BEV: 66.062
2019: 3.607.258                        63.281
2020: 2.917.678                        194.163
2021: 2.622.132                        355.961

Wie man sieht, ist der Gesamtmarkt seit 2018 um fast 25% (!) zurückgegangen. Der Anteil der BEV (Battery Electric Vehicle) stieg in der Zeit von 2% auf 13,5%. 💪 Randbemerkung: BEV meint hier wirklich nur die reinen Stromer, Plug-In-Hybride zählen nicht mit.😎 Diese haben in den letzten zwei Jahren etwa denselben Marktanteil gehabt wie die Stromer, aber zuletzt stark abgebaut. Es ist anzunehmen, dass sie schon ab diesem Jahr keine Rolle mehr spielen werden, wenn die Regierung die geplanten Kürzungen an den Zuschüssen und die Nachweiskontrolle des elektrischen Fahranteils umsetzt. Die meisten dieser Fahrzeuge wurden offenbar wegen des Steuerprivileges gekauft und zum Teil nie elektrisch betrieben. Damit zum Verlauf der Zulassungen für Elektroautos:

Sonntag, 16. Januar 2022

Erfahrungsbericht Langstrecke mit dem ID.3 (4) - Im Ausland (Niederlande) und Rückfahrt - Teil 2

Fortsetzung von Teil 1 (Link)

Nach der Ankunft waren die folgenden 11 Tage in Punkto Ladeerfahrung in Holland überwiegend -aber nicht nur- positiv. Weil plangemäss bei Ankunft noch 30% im Akku waren und ich somit Spielraum hatte, untersuchte ich gleich vor dem ersten Einkauf die Lademöglichkeit in der nahegelegenen Kleinstadt Boxtel (etwa 32.000 Einwohner), wobei sich ein Vergleich mit Nienburg (35.000) natürlich aufdrängt, zumal beide dieselbe Fläche haben. Und hier ist er: Nienburg hat grosszügig gerechnet 20 Ladestellen, für Boxtel standen etwa 40 zu Buche. 😕 Einziger Haken: in Nienburg steht ein 150-kW-Schnelllader am Stadtrand, in Boxtel muss man auf die Autobahn und 2 km fahren. Dort stehen dann allerdings je Richtung gleich 8 (!) Schnelllader von Fastned zur Verfügung. Sie zu benutzen ist auch kein Problem: die Abfahrten davor/danach liegen nur wenige Kilometer auseinander, Dach, Appsteuerung und WLAN sind Standard.👍

Ich wollte aber zum Einkaufen auf den Wochenmarkt im Zentrum (speziell von Fisch- und Käseliebhabern zu Recht gelobt) und getreu der Devise 'steht er - lädt er' an einer 11-kW-Säule in der Nähe parken. Der von der ID.3- und der EnBW-App ausgewiesene Parkplatz war frei, ich schloss den Wagen an, hielt die Karte hin und... nichts passierte. 😖 Zum ersten Mal überhaupt bekam ich keinen Strom mit meiner We.Charge-Karte. Nun gut, fragen wir die EnBW-App. Die sagte: "Achtung, der Anbieter akzeptiert nur Karten, das Laden per App ist nicht möglich." 😡 Dann fand ich (wieder dank der EnBW-App) heraus, dass die örtlichen Stromversorger/Stadtwerke in NL anscheinend generell nur mit Karten arbeiten - trotz vorhandener Scancodes auf den Säulen. Und meine We.Charge-Karte wurde nicht akzeptiert... Also flugs die ID.3-App konsultiert und den Filter 'Nur We.Charge-fähige Säulen anzeigen' aktiviert. Die nächsten Punkte wurden in nur etwa 100 Metern Luftlinie Entfernung angezeigt.

Sonntag, 9. Januar 2022

Erfahrungsbericht Langstrecke mit dem ID.3 (3): Schnelllader, Ladung am Ziel, Ausland (Niederlande) - Teil 1

Nachdem der ursprünglich lang voraus geplante Winterurlaub in der Sonne ins Wasser, pardon: in die Lava fiel (der &%$§ Vulkan auf La Palma frass die geplante Unterkunft), musste kurzfristig umdisponiert werden. Überflüssig zu bemerken, dass das 3 Wochen vor Reisetermin auf gewisse Probleme stiess. Am Ende fiel die Wahl auf Brabant, also die südlichen Niederlande. Dort wurde -etwa 400 km von Zuhause entfernt- eine Ferienwohnung gemietet. Als dann 3 Tage vor der Abfahrt die Niederlande den kompletten Lockdown verkündeten, war die Stimmung endgültig leicht getrübt. Dazu kamen dann auch noch Temperaturen unter Null, nicht unbedingt die besten Ausgangsbedingungen für eine Fernfahrt mit dem Elektroauto also. 😮

Auf der Habenseite standen ein neuer Ladepark von EnBW auf dem Weg am Kamener Kreuz mit 52 Ladepunkten und anständiger Infrastruktur (Dach, Toiletten, WLAN, Schnellrestaurants in fussläufiger Nähe) und eine geradezu unfassbare (für deutsche Verhältnisse) Ladeinfrastruktur in Holland. Zwar hatte mir schon vor ein paar Monaten ein anderer ID.3-Fahrer gesagt, dass man in den Niederlanden keine Ladeplanung brauchen würde. Aber so richtig geglaubt hatte ich das nicht. Er hatte zu 90% recht, doch dazu gleich mehr. Erstmal zur Planung auf deutscher Seite. 😇