Posts mit dem Label Ladekarte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ladekarte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 2. Juli 2024

Erfahrungsbericht Ladeerlebnis - ist Tanken und Laden dasselbe?

Dies ist -nach über 3 Jahren Elektromobilität- der erste Artikel, der sich nicht mit Technik oder Markt befasst, sondern mit dem Ladevorgang an sich. Dabei soll hier nicht der Vorgang an sich im Mittelpunkt stehen, sondern mehr das Drumherum. Das ist nach meinem Gefühl anders als das Tanken früher.

Wobei vorausgeschickt werden muss, dass hier nur die Rede ist vom Laden auf der Langstrecke. Dies ist dem klassischen Tankstopp sehr ähnlich, während alle anderen Ladevorgänge, etwa am Einkaufszentrum oder zu Hause nicht verlangen, dass man dabei steht und wartet. 🔔

Als Verbrennerfahrer kannte ich das immer so: anhalten, tanken, gegebenenfalls Snack, bezahlen, gegebenenfalls Toilette (wieder bezahlen...👿), gegebenenfalls Snack essen oder Beine vertreten, weiterfahren. Fun Fact am Rande: viele Leute glauben, das alles würde im Durchschnitt nur 5 Minuten dauern. Die Tank & Rast (als Raststättenbetreiber deutscher Quasi-Monopolist) führt allerdings schon sehr lange eine Statistik darüber und weiss es besser: demnach beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer eines (Verbrenner)Fahrers etwa 20 Minuten. Aber das nur am Rande.

So ähnlich kann man das als Elektrofahrer natürlich auch gestalten. Der Unterschied im Handling ist minimal: nach dem Starten des Ladevorganges muss man nicht zur Kasse, aber dafür ist der Weg zu Snack und Toilette meist etwas weiter, weil die Ladesäulen zumindest an den Autobahnraststätten meist weiter entfernt gebaut wurden, während die Tanksäulen und Kasse als Einheit geplant wurden. Wer an einer entsprechenden reinen Elektroladestelle lädt, wird eine ähnlich Planung wiedererkennen, Toiletten, Cafe und oft WLAN inklusive. Etwas weniger futuristisch, als das was sich die KI im Bild oben ausgedacht hat, aber schon nahe dran.

Sonntag, 16. Januar 2022

Erfahrungsbericht Langstrecke mit dem ID.3 (4) - Im Ausland (Niederlande) und Rückfahrt - Teil 2

Fortsetzung von Teil 1 (Link)

Nach der Ankunft waren die folgenden 11 Tage in Punkto Ladeerfahrung in Holland überwiegend -aber nicht nur- positiv. Weil plangemäss bei Ankunft noch 30% im Akku waren und ich somit Spielraum hatte, untersuchte ich gleich vor dem ersten Einkauf die Lademöglichkeit in der nahegelegenen Kleinstadt Boxtel (etwa 32.000 Einwohner), wobei sich ein Vergleich mit Nienburg (35.000) natürlich aufdrängt, zumal beide dieselbe Fläche haben. Und hier ist er: Nienburg hat grosszügig gerechnet 20 Ladestellen, für Boxtel standen etwa 40 zu Buche. 😕 Einziger Haken: in Nienburg steht ein 150-kW-Schnelllader am Stadtrand, in Boxtel muss man auf die Autobahn und 2 km fahren. Dort stehen dann allerdings je Richtung gleich 8 (!) Schnelllader von Fastned zur Verfügung. Sie zu benutzen ist auch kein Problem: die Abfahrten davor/danach liegen nur wenige Kilometer auseinander, Dach, Appsteuerung und WLAN sind Standard.👍

Ich wollte aber zum Einkaufen auf den Wochenmarkt im Zentrum (speziell von Fisch- und Käseliebhabern zu Recht gelobt) und getreu der Devise 'steht er - lädt er' an einer 11-kW-Säule in der Nähe parken. Der von der ID.3- und der EnBW-App ausgewiesene Parkplatz war frei, ich schloss den Wagen an, hielt die Karte hin und... nichts passierte. 😖 Zum ersten Mal überhaupt bekam ich keinen Strom mit meiner We.Charge-Karte. Nun gut, fragen wir die EnBW-App. Die sagte: "Achtung, der Anbieter akzeptiert nur Karten, das Laden per App ist nicht möglich." 😡 Dann fand ich (wieder dank der EnBW-App) heraus, dass die örtlichen Stromversorger/Stadtwerke in NL anscheinend generell nur mit Karten arbeiten - trotz vorhandener Scancodes auf den Säulen. Und meine We.Charge-Karte wurde nicht akzeptiert... Also flugs die ID.3-App konsultiert und den Filter 'Nur We.Charge-fähige Säulen anzeigen' aktiviert. Die nächsten Punkte wurden in nur etwa 100 Metern Luftlinie Entfernung angezeigt.

Sonntag, 9. Januar 2022

Erfahrungsbericht Langstrecke mit dem ID.3 (3): Schnelllader, Ladung am Ziel, Ausland (Niederlande) - Teil 1

Nachdem der ursprünglich lang voraus geplante Winterurlaub in der Sonne ins Wasser, pardon: in die Lava fiel (der &%$§ Vulkan auf La Palma frass die geplante Unterkunft), musste kurzfristig umdisponiert werden. Überflüssig zu bemerken, dass das 3 Wochen vor Reisetermin auf gewisse Probleme stiess. Am Ende fiel die Wahl auf Brabant, also die südlichen Niederlande. Dort wurde -etwa 400 km von Zuhause entfernt- eine Ferienwohnung gemietet. Als dann 3 Tage vor der Abfahrt die Niederlande den kompletten Lockdown verkündeten, war die Stimmung endgültig leicht getrübt. Dazu kamen dann auch noch Temperaturen unter Null, nicht unbedingt die besten Ausgangsbedingungen für eine Fernfahrt mit dem Elektroauto also. 😮

Auf der Habenseite standen ein neuer Ladepark von EnBW auf dem Weg am Kamener Kreuz mit 52 Ladepunkten und anständiger Infrastruktur (Dach, Toiletten, WLAN, Schnellrestaurants in fussläufiger Nähe) und eine geradezu unfassbare (für deutsche Verhältnisse) Ladeinfrastruktur in Holland. Zwar hatte mir schon vor ein paar Monaten ein anderer ID.3-Fahrer gesagt, dass man in den Niederlanden keine Ladeplanung brauchen würde. Aber so richtig geglaubt hatte ich das nicht. Er hatte zu 90% recht, doch dazu gleich mehr. Erstmal zur Planung auf deutscher Seite. 😇

Sonntag, 5. Dezember 2021

Ladekarte vs. Ladeapp vs. Girokarte - 3 gewinnt?

Um zu verstehen, weshalb überhaupt so eine Debatte entstehen kann, muss man seine Verbrenner-Erfahrungen mit Tankstellen etwas beiseite legen. Stromlader sind automatisiert, ein Vergleich ist daher höchstens mit Automatenzapfsäulen möglich, die aber in Deutschland nur wenige Leute -vorwiegend an Nachttankstellen- nutzen. Daher zunächst ein allgemeiner Hinweis zum 'warum'. 😏

Der Sinn ist immer die Identifikation des Zahlungsmittels. 👆 Normalerweise gibt es dafür an Automatentanksäulen zwei Wege: einen Schein einwerfen oder eine Karte (Kredit oder Giro). Da die Anzahl von Ladesäulen ungleich höher ist, wäre der Aufwand für Bargeld viel zu hoch, daher scheidet diese Variante von vorneherein aus (es dürfte aber aber nur noch sehr wenige Tanksäulen geben, die noch Bargeld akzeptieren). Weil aber der Betrag nicht vorher feststeht, funktioniert der Ablauf mit einer Kredit- oder Girokarte so:

(1) Ein Pauschalbetrag wird geblockt.
(2) Laden, Laden beenden, Betrag steht fest.
(3) Der tatsächliche Betrag wird aus der Reservierung freigeben.

Weil dieses Verfahren aber beim Beginn der Elektromobilität noch nicht verfügbar war, mussten sich die Betreiber der Ladesäulen etwas anderes einfallen lassen. Dieses 'Andere' war die Ladekarte.💥

Mittwoch, 8. September 2021

Fahren auf der Langstrecke - eine Trockenübung mit ABRP

Zu den grössten Anfangsschwierigkeiten auf dem Weg zur Elektromobilität gehört zweifellos die fehlende Vorstellungskraft bezüglich Reichweiten, Verbrauch und Zeitaufwand beim Laden speziell auf der Langstrecke. Der Verstand bemüht sich dann, aufgrund vergangener Erfahrungen 'hochzurechnen'. Leider sind diese irreführend. 😒 Daher soll dieser Artikel aufzeigen, wie man sich diesem Problem realistisch und mit eigenen Erfahrungen nähern kann. Erreicht wird dies mit einer Nachkalkulation. Soll heissen: ich überprüfe einen längeren Weg, den ich aus Erfahrung möglichst gut kenne, weil ich ihn -vorzugsweise öfter- schon mit dem Verbrenner gefahren bin. Dazu nutze ich ein geeignetes Planungsprogramm, dass es mir ermöglicht, mit realistischen Werten die Fahrzeit eines Elektrofahrzeuges inklusive Laden mit einer (mir aus Erfahrung bekannten) Verbrennerfahrzeit zu vergleichen.

Dies kann man gut als Simulation bzw. Trockenübung am heimischen Bildschirm machen, ohne sich weiter mit technischen Daten, theoretischen Verbrauchswerten oder irreführenden Ladezeitenhinweisen zu beschäftigen. Wie das genau geht, soll in diesem Artikel erklärt werden. 👈

Sonntag, 7. Februar 2021

Elektromobilität 10 - Öffentliches Laden, Ladekarte und Ladeapp

Einer der letzten auszumerzenden Schwachpunkte der Elektromobilität betrifft den Ladevorgang. Dazu muss man wissen, dass Tesla das vorexerziert, was eigentlich Standard in der Industrie sein sollte: Lader anfahren, Kabel einstecken, fertig. Säule und Fahrzeug regeln direkt den Rest miteinander, Dokumentation des Ladevorganges bzw. Abrechnung erfolgt papierlos per App oder Mail. Möglich ist dies, weil die Ladekabel auch Daten übertragen können und mindestens im Fall der Schnelllader auch müssen. Soweit der Ponyhof in Idealhausen. 👅

Für den ganzen Rest herrscht allerdings Anfang 2021 noch Wildwest. 💣Man kann das vergleichen mit der Situation auf dem Mobilfunkmarkt vor dem Jahr 2000. Hauptgrund ist die Identifikation an der Ladestation, mit der diese freigeschaltet werden muss. Praktisch alle Ladesäulen könnten dazu EC-/Kreditkarten nutzen, aber sie tun es zurzeit (noch) nicht. Der Gesetzgeber ist dabei, das zu ändern; die Änderung soll angeblich auch noch dieses Jahr greifen, aber bisher sieht die Welt leider anders aus: jeder macht, was er will und nimmt dafür wieviel er will. 😡Wie funktioniert das?